Der hässliche Deutsche

Der hässliche Deutsche
28. Februar 2017 homopoliticus (Pseudonym)

Der hässliche Deutsche

Es ist Karnevalszeit. Rosenmontag der Tag der Straßenumzüge in den Hochburgen Köln, Düsseldorf, Mainz und anderswo – inklusive Fernsehübertragung, also bundesweite Stimmungsmache über die Glotze. Schunkeln, „fröhlich sein“ auf Kommando und… Heeelllaaaa!!! Aaaallaaaaff!!!  Tataaa… tataaa… tataaa!!!

In der Berichterstattung über die „Zeit des jecken Treibens“ fielen insbesondere Wagenmotive ins Auge, die  – anders als sonst – nicht die deutschen Politiker (oder die deutsche Politik) hauptsächlich aufs Korn nahmen, sondern den seit seinem Amtsantritt mit medialer Hochkonjunktur beobachteten US-Präsidenten Donald Trump.

So waren dann zu Trump Wagenmotive zu sehen, bei denen der US-amerikanische Präsident „Liberty von hinten vergewaltigt“, oder eben jene Freiheitsstatue den abgetrennten Kopf des Präsidenten „im Kampf um die Demokratie in den Vereinigten Staaten“ präsentiert. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, auch über die Aussage eines Wagenbauers (namens Jacques Tilly), der im Einspieler der Tagesschau sagte:

„Für mich ist das tatsächlich ein gefährlicher Psychopath, der sich eine Supermacht gekapert hat… und dementsprechend ist das schon brandgefährlich und drastisch und dementsprechend drastisch sind auch die Wagen!“

Aha. Der Mann – wie scheinbar auch viele weitere „Jecken“ (übrigens ein anderes Wort für Narren) scheinen vergessen zu haben, dass der US-Präsident demokratisch gewählt wurde. Die Kenntnis über das amerikanische „Checks and Balances“ System ist in Deutschland wohl kaum weit verbreitet. Zur etwas besseren Einordnung sei folgender ergänzender Artikel in der Huffington Post empfohlen:

„Weder verrückt noch dämlich: Donald Trump ist viel klüger, als wir es wahrhaben wollen“

[http://www.huffingtonpost.de/cherno-jobatey/trump-deutschland-usa-politik-agenda_b_15036640.html ]

Und… wenn die Sorgen um die Demokratie denn so groß sind, warum fangen wir Narren dann nicht langsam mal an, vor der eigenen Türe zu kehren? Dies zu illustrieren wäre doch auch schön gewesen!

Beispiele:

„Merkel kapert das „Traumschiff“ Deutschland und wirft das Grundgesetz über Bord!“

„Merkel ändert die Innschrift am Reichstag in „All denen, die hier leben!“

Oder…

„Kanzlerkandidat Schulz als Wein pinkelndes „Manneken Pis“ aus Brüssel“

„Sankt Martin mit 1.000 „goldenen Flüchtlingen“ auf dem Arm“

Oder, oder, oder…

Scheinbar haben wir nicht genug kritisch zu hinterfragende Themen im eigenen Land mehr! Doch irgendwann ist Aschermittwoch… und dann ist es (wieder) vorbei mit Schunkeln, und mit bier-seeliger Fröhlichkeit, welche aber scheinbar nur „aufrechten Demokraten“ in der Narrenzeit vorbehalten war (Stichwort: „Kein Kölsch für Nazis“). Katerstimmung!

In diesem Sinne… Heeelllaaaa!!! Aaaallaaaaff!!!  Tataaa… tataaa… tataaa!!!

hp | 28.02.17

Bild: Karnevalswagen „Liberty“/Trump | Quelle: selbst